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LBZ Blog

Schuljahresende: Innehalten, loslassen, auftanken

Thomas Kowatsch | 23. Juli 2026

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Schuljahresende: Innehalten, loslassen, auftanken

Das Ende des Schuljahres


Viele Lehrkräfte beschreiben die erste Ferienwoche als seltsam leer. Man wartet auf den nächsten Termin, auf die nächste Aufgabe und merkt, dass es keine gibt. Dieses Gefühl ist normal. Es ist der Körper und der Kopf, die langsam aus dem Betriebsmodus herausfinden.

Das braucht Zeit. Manchmal mehr, als man denkt.


Was hat mich dieses Jahr wirklich weitergebracht?

Eine Situation, ein Gespräch, eine Klasse - was hat am meisten zu meiner Entwicklung beigetragen?


Worauf bin ich stolz?

Nicht das Perfekte - sondern das, was trotz Schwierigkeiten gut geworden ist.


Was war zu viel?

Welche Aufgaben, Erwartungen oder Umstände haben Energie gekostet, ohne wirklich zu zahlen?


Was will ich nächstes Jahr anders machen?

Ein konkreter Vorsatz - nicht als Liste, sondern als eine echte Veränderung.


Wer hat mich unterstützt?

Kolleginnen, Mentoren, Freunde - wer war da? Und hab ich das genügend anerkannt?


Was nehme ich mit?

Eine Erkenntnis, ein Bild, ein Satz - was bleibt von diesem Schuljahr, wenn alles andere verblasst?


Loslassen - Was man zurücklassen darf und sollte

Am Ende eines Schuljahres gibt es immer offene Enden. Eine Klasse, die nicht so wurde, wie man es sich erhofft hatte. Ein Elterngespräch das schlecht verlaufen ist. Eine Unterrichtsstunde, die nicht funktioniert hat. Diese Dinge ziehen viele Lehrkräfte mit in die Ferien, als innere Stimme, die immer noch kommentiert, analysiert, bewertet. Das Ende des Schuljahres ist der richtige Moment, diese Dinge bewusst loszulassen. Nicht zu vergessen, aber zu akzeptieren: Es war, wie es war. Das nächste Jahr beginnt neu. Die Klassen sind andere. Die Chancen sind andere. Was man heute weiß, hätte man damals noch nicht wissen können.


Erholung - Ferien sind nicht Freizeit, sie sind Regeneration

Lehrkräfte werden regelmäßig mit dem Satz konfrontiert: Ihr habt doch so viele Ferien. Wer ein Schuljahr erlebt hat, weiß, was dieser Satz übersieht. Die erste Woche nach Schuljahresende ist für viele Lehrkräfte keine Erholung, sie ist Nachsorge. Der Körper schläft länger, die Gedanken kreisen noch, die Erschöpfung wird erst sichtbar, wenn der Druck nachlässt.


01 Die erste Woche

Nichts planen Keine Fortbildungen, keine Vorbereitungen, kein E-Mails-Lesen. Nur ankommen. Schlafen. Essen. Bewegen.

Das Gehirn braucht Stille, um sich zu erholen, nicht Abwechslung.


02 Körper ernst nehmen

Viele Lehrkräfte werden in den ersten Ferientagen krank, weil das Immunsystem erst loslassen kann, wenn der Druck nachlässt.

Das ist normal.


03 Abstand von der Schule

Dienstliche E-Mails ausschalten. Schulthemen aus Gesprächen heraushalten. Nicht über 'nächstes Jahr' nachdenken - noch nicht. Das hat Zeit.


04 Dinge tun, die nichts mit dem Beruf zu tun haben

Lesen, was man lesen will. Orte besuchen, die nichts mit Schule zu tun haben. Kontakte pflegen, die nicht aus dem Kollegium stammen.


05 Reflexion, aber dosiert

Ein kurzer Rückblick auf das Jahr ist sinnvoll. Ein länger andauerndes Analysieren und Begrübeln ist es nicht.


06 Vorbereitung, aber erst in der zweiten Hälfte

Wer in der letzten Ferienwoche ein bisschen vorbereitet, startet besser ins neue Jahr.

Wer das schon in Woche eins tut, kommt erschöpft an.



Dieser Artikel wurde von Thomas Kowatsch verfasst


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